Besser ein Gericht Kraut mit Liebe als ein gemästeter Ochse mit Hass.
(Sprüche 15, 17)

Es war zweifellos ein sehr bescheidenes Heim, dass das Pfarrwitwenhaus seit 1720 den Pfarrwitwen bzw. den späteren Mietern bot. Und manchem Besucher erscheint es heute schier unvorstellbar, dass das Haus noch bis 1984 bewohnt war, dass Menschen hier gelebt und sich hier wohl gefühlt haben. Es war schon ein "Gericht Kraut", aber eben mit Liebe...

Heute gehört das Pfarrwitwenhaus Groß Zicker (Boddenstraße 35) zu den bekanntesten Häusern auf Rügen, weil es über knapp drei Jahrhunderte sein Aussehen im Wesentlichen bewahrt hat. So kann man im Haus bis heute die alte Ständerbauweise eines niederdeutschen Hallenhauses bestaunen, in dem ausschließlich einheimische Materialien wie Holz, Lehm und Rohr verbaut worden sind. Die Ausstellung „Drei Annen“ informiert außerdem über Anna Vogtlands und die bis ins 18. Jahrhundert übliche Praxis der „Konservierung der Pfarren“, über die erste Bewohnerin Anna Cadow und die Erbauung des Pfarrwitwenhauses und über die letzte Bewohnerin Anna Glutsch und 133 Jahre Haus- und Familiengeschichte.

Das Pfarrwitwenhaus Groß Zicker wird heute für Ausstellungen genutzt: Von Himmelfahrt bis Oktober werden jährlich wechselnde Kunstausstellungen gezeigt. Die diesjährige Ausstellung steht unter dem Titel "Seesucht" und zeigt Werke von Günter Schmitz, Dietmar Kunze und Maximilian Kunze (Malerei) sowie Mario Howard (Keramik).

Wenn Sie Lust haben, sich für eine Ausstellung zu bewerben, wenden Sie sich bitte an das Pfarramt in Groß Zicker.

Eintritt

Erwachsene 2,20 € (mit Kurkarte 2,- €)
Kinder ab 6 Jahre 1,- €

Gruppen ab 10 Personen pro Person 1,50 €
(Von Ostern bis Himmelfahrt gilt ein ermäßigter Eintrittspreis)

Hier finden Sie das Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker.

Öffnungszeiten

April/Mai und Oktober:
Mo-Fr 11-16 Uhr; Sa, So und Feiertage 13-16 Uhr
Juni und September:
Mo-Fr 10-17 Uhr; Sa, So und Feiertage 13-17 Uhr
Juli und August:
Mo-Fr 10-18 Uhr; Sa/So 13-18 Uhr

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.

Im Jahre 2016 wurde im Pfarrwitwen­haus die Elektro­anlage erneuert und eine Toilette installiert. Es wurde ein neuer Empfangs­tresen eingebaut, die Dauer­ausstellung über das Haus und seine Bewohner wurde neu konzipiert und im Hühner­stall ist eine Material­ablage entstanden. Das ganze Projekt hat 41.394,82 € gekostet und wurde mit 27.281,29 € durch das LEADER-Programm der Europäischen Union gefördert.

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