Tradition heißt nicht die Asche aufheben, sondern die Flamme
weiterreichen. (Ricarda Huch)

Zum Ostersegen in der Osternacht
(Röm 14, 7-9 & Röm 6, 3-11)

Jesus Christus ist erstanden,
er ist wahrhaftig auferstanden,
ging durch den Tod hindurch ins Leben
und will uns heute Anteil geben
an seinem Weg durch Todesschrecken
zum österlichen Auferwecken.

Und dieser Weg an seiner Hand,
beginnt nicht erst am Lebensrand,
sondern schon heute und schon hier:

Ja, schon heute können wir
seinen Weg beherzt beschreiten.
Denn wenn uns seine Worte leiten,
so, dass wir glauben, lieben, hoffen,
steht uns das ganze Leben offen,
vor dem Tod und nach dem Tod.

Ob in Freude oder Not,
ob im Glück oder im Leid:
Die gesamte Lebenszeit
soll unter seinem Segen stehn -
sogar das Kommen und das Geh’n.

So hat uns mit der Osternacht
Jesus Christus klar gemacht:
Willst du im Tod gesegnet sein,
lasse dich ganz aufs Leben ein.
Willst du im Leben Segen schaun,
dann musst du dich zu sterben traun.

Und so steht uns die Himmeltür,
schon heute offen, sofern wir
uns vom Segen tragen lassen
und dann des Lebens Fülle fassen.

(An den Taufstein treten und Wasser eingießen)

Sein Segen soll nicht von uns weichen!

Die Taufe ist dafür das Zeichen:
Denn wir, wir sind in seinen Tod
getauft, dass alles, Freud und Not,
bei unserm Herren Jesus Christ‘
wunderbar aufgehoben ist.

So bleiben wir mit ihm verbunden,
in Lebens- und in Todesstunden,
hängen an ihm zu jeder Zeit
und bis in alle Ewigkeit.

Und dieses österliche Zeichen.
will ich heut‘ an sie weiterreichen:
Ich tauche meine Hände ein
Und damit soll gesegnet sein,
jeder, der Segen sucht und braucht:
Wir sind in Christus ‚eingetaucht‘.

+ + +

Dass Gott an unserer Seite steht
und alle Wege mit uns geht,
uns selbst im Tod nicht fallen lässt,
das ist der Sinn vom Osterfest.

Wenn wir dem zu vertrauen wagen
und dazu Ja und Amen sagen,
dann sind wir frei in seinem Namen
und es ist wahrhaft Ostern!

Amen.

Zur Osternacht 2026 - Pastor Olav Metz

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