Tradition heißt nicht die Asche aufheben, sondern die Flamme
weiterreichen. (Ricarda Huch)

Auf Grund der aktuellen Lage, sind auch auf Mönchgut alle Gottesdienste ausgesetzt. Um 10 Uhr läuten aber deutschlandweit die Glocken und ich sprechen anschließend auf dem Bakenberg einen Segen "to go" für unser Mönchguter Land und unser deutsches Land, für unser Europa und für unsere Welt. Anbieten möchte ich Ihnen auf dieser Seite außerdem "Gedanken und Impulse in Zeiten der Pandemie". Ich wünsche Ihnen damit Gottes Segen und körperliche, geistige und seelische Gesundheit.

Ihr Pastor Olav Metz


7. April 2020: demütig und dankbar - Ein Gedicht von Thorsten Stelzner
https://www.youtube.com/watch?v=PKNHCNHHBy8&feature=youtu.be


5. April 2020: Corona-Kreuz auf dem Bakenberg

Wir leben in verunsichernden Zeiten.
Vieles, was uns selbstverständlich schien, geht so nicht mehr.
Wir spüren, wir haben nicht alles nach Belieben in der Hand
   und das schafft Ängste und Verunsicherung.

Um einen Ort zu haben, wo wir all dies lassen können,
   dafür haben wir heute dieses Kreuz aufgestellt. Auf der Tafel steht:

Alles, was Dich in dieser Zeit bedrückt, alles, was Dir Angst macht, alles, was Dir auf der Seele liegt, kannst Du an diesem Kreuz ablegen und dafür einen Stein unter das Kreuz legen.
Das Kreuz ist das Zeichen dafür, dass Du auch auf den schweren Wegen des Lebens nicht allein bist. Gottes Geist begleitet Dich, und will dir Seelenstärke und einen weiten Horizont geben. Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (2.Tim. 1, 7)

So bitte ich für uns alle:

Gott, segne alle Kranken:
   Sei ihnen spürbar nahe und gib ihnen Lebenskraft.
Segne alle Verängstigten und alle, die sich in Sorgen verzehren:
   Berühre sie im Herzen und gib ihnen Seelenstärke.
Segne alle, die um das Leben und die Gesundheit anderer kämpfen.
   Gib ihnen Weisheit, Besonnenheit und einen langen Atem.
Segne alle, die in dieser Zeit Verantwortung tragen und schwere Entscheidungen
   zu treffen haben: Gib ihnen Mut und Augenmaß für ihre Entscheidungen.
Und segne uns alle mit deinem Geist, der kein Geist der Furcht ist,
   sondern ein Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Gib uns die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die wir nicht ändern können.
   Gib uns den Mut und die Kraft, die Dinge zu tun, die wir tun können.
   Uns gib uns die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

(Wir sprechen gemeinsam): Vater unser im Himmel…

Dietrich Bonhoeffer, der vor genau 75 Jahren am 9. April 1945 hingerichtet worden ist, schreibt wenige Wochen vor seinem Tod:

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen,
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Diesen Liedvers wollen wir jetzt singen. Von guten Mächten

Und so bitten wir um den Segen Gottes:

Gott,
segne mich und meinen Nächsten,
segne unser Mönchguter Land und unser deutsches Land,
segne unser Europa und unsere Welt.

Und der Segen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
der komme so zu uns und bleibe bei uns heute und alle Zeit.

Amen


3. April 2020: ge-lassen
Weit mehr als sonst in den letzten Jahren spüre ich und spüren viele unter uns: Wir haben nicht alles in der Hand. Ja, wir können viel. Aber wir können nicht alles nach Belieben gestalten. Was morgen sein wird, wissen wir einfach nicht nicht. Was tun in so verunsichernden Zeiten? - Meine erste Antwort ist das kleine Lied, das sie hier hören können.


Ich spüre den Boden, den Boden der mich trägt.

Ich spüre den Himmel, der sanft sich um mich legt.
Ich spüre den Atem, der weit mich fließen läßt.
Ich lasse mich los, denn Du hältst mich fest.

Sich um die Gesundheit, die Arbeit, die Zukunft zu sorgen, das hat natürlich alles seine Berechtigung. Das alles muss aber auch seine Grenzen haben, damit die Sorgen mich nicht verzehren und am Ende kaputtmachen. Deshalb ist es ab und zu notwendig, bewusst andere Gedankenwege einzuschlagen: Ich spüre bewusst den Boden, auf dem ich stehe. Ich spüre bewusst die Luft, die mich umgibt. Ich spüre gerade jetzt in Coronazeiten meinen Atem, der mich leben läßt und eben nicht selbstverständlich ist. Und dann lasse ich mich und alle meine Sorgen und Ängste bewusst los im vertrauen darauf, dass ich gehalten werde und dass ich nie tiefer fallen kann als bis in Gottes Hand.

Das nötige und mögliche tun, aber nicht in den Sorgen untergehen. Die nötigen Schritte gehen aber die Sorgen loslassen. Wer so geht, der geht ge-lassen seinen Weg und das ist das erste, was wir tun sollten in so verunsichernden Zeiten.

Das Zweite, was mir einfällt, ist ein kleines Gedicht von Andreas Gryphius. Dieses Gedicht hat er vor 350 Jahren mitten in den Unsicherheiten und Katastrophen des 30-jährigen Krieges geschrieben:

Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen;
mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen.
Der Augenblick ist mein, und nehm' ich den in acht,
so ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Das Vergangene ist vergangen. Und was die Zukunft bringen wird, das habe ich nicht in der Hand. Aber ich habe diesen Augenblick, diese Stunde, diesen Tag. Und wenn ich die bewusst lebe, dann habe ich das Beste aus mir und meinem Leben gemacht.

Den Augenblick leben, ich glaube, das ist es, was Gott für unser Leben will und was wir gerade in diesen verunsichernden Zeiten immer wieder versuchen sollten. Und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gelassenes und gesegnetes Wochenende.


31. März 2020: Heute geben ich einen musikalischen Gruß weiter, der mich gerade in dieser Zeit der Abgrenzung, die ja zugleich Passionszeit ist, sehr berührt hat. Sie finden ihn unter: https://youtu.be/4nV8NakYNfs


29. März 2020: Nach dem Glockengeläut um 10 Uhr, das uns auch in diesen Zeiten über alles Trennende hinweg verbindet, gibt es auf dem Bakenberg wieder den Segen 'to go'. Wenn Sie wollen, singen und beten Sie einfach mit!

Lied: 1. Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut.

2. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, dass wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit.

7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu.
Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Wir haben den Klang der Glocken gehört. Dieser Klang verbindet uns mit vielen tausend Menschen in unserem Land, die ebenfalls dem Klang der Glocken gelauscht haben, die einen Moment innehalten und sich besinnen; die zu dir beten und um deinen Segen bitten. Mit ihnen und für sie bitte ich:

  • Gott, segne alle Kranken. Sei ihnen spürbar nahe und gib ihnen Lebenskraft.
  • Segne alle Verängstigten. Berühre sie im Herzen und gib ihnen Seelenstärke.
  • Segne alle, die um das Leben und die Gesundheit anderer kämpfen. Gib ihnen Weisheit, Besonnenheit und einen langen Atem.
  • Segne uns alle mit deinem Geist, der kein Geist der Frucht ist, sondern ein Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
  • Gib uns die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die wir nicht ändern können.
  • Gib uns den Mut und die Kraft, die Dinge zu tun, die wir tun können.
  • Und gib uns die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Vaterunser im Himmel…

Lied: Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Gott, so segne mich und meinen Nächsten,
segne unser Mönchguter Land und unser deutsches Land,
segne unser Europa und unsere Welt.

Und der Segen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
der komme so zu uns und bleibe bei uns heute und alle Zeit.

Amen


26. März 2020: Diese "kleine Ermutigung in Corona-Zeiten" erreicht mich heute Morgen und ich gebe sie mit lieben Grüßen vom Mönchgut an Sie weiter.

Wenn auch alles abgesagt ist:
Sonne
ist nicht abgesagt
Frühling ist nicht abgesagt
Beziehungen sind nicht abgesagt
Liebe ist nicht abgesagt
Lesen ist nicht abgesagt
Musik ist nicht abgesagt
Phantasie ist nicht abgesagt
Freundlichkeit ist nicht abgesagt
Gespräche sind nicht abgesagt
Hoffnung ist nicht abgesagt
Beten ist nicht abgesagt

(Autor unbekannt)


24. März 2020: Über die Situation in einigen Partnerkirchen unserer Nordkirche erreicht mich heute dieser Brief aus dem Zentrum für Misison und Ökumene:

Liebe Kolleg*innen,

„in nur wenigen Wochen hat sich unsere Welt aufgrund des Covid-19 verändert“, so schreibt uns Bischöfin Dillahunt aus den USA. Diese Erfahrung teilen zurzeit Menschen überall auf dem Globus. Mit dem gesellschaftlichen ist vielerorts auch das kirchliche Leben quasi über Nacht fast zum Erliegen gekommen. Social Distancing ist das Gebot der Stunde. Aber zugleich erblühen weltweit neue Ideen. Wir finden neue, zum Teil noch ungewohnte Wege, um weiter Kirche für die Menschen zu sein.
 
Die Nordkirche steht in engem Austausch mit Kirchen, Diözesen und Kirchengemeinden auf allen Kontinenten. Von dort hören wir Vertrautes, so wie aus England oder Schweden, wo die Gemeinden auf verschiedene Formate im Internet umsteigen und praktische Hilfen und Sorgen für bedürftige Menschen organisieren.
 
Einige Partner berichten von ihren Sorgen. „Wir in Lettland“, schreibt Andris Kraulins, „sind … unter strengsten Schutzmaßnahmen wegen des Virus Covid-19. Es finden keine Gottesdienste mehr statt, viele Menschen verlieren ihre Arbeit oder werden in den Zwangsurlaub geschickt. (…) In den Gemeinden fehlen die Kollekten, da die Gottesdienste ja nicht stattfinden, das wird sich auf die Löhne der Pastoren sicher widerspiegeln…“
 
Wir hören von den großen Ängsten der Freund*innen auf Papua-Neuguinea oder in Tansania. Sie schauen nach Europa und wissen, dass ihnen der Ausbruch des Virus noch bevorsteht. Sie wissen auch, dass die schlechte medizinische Versorgung und die hygienischen Umstände aufgrund der Armut in ihren Ländern Schlimmes erahnen lassen.
 
Wir hören von bereits akuten Nöten wie in der armen Region Bethlehem, wo rund 3.000 Menschen unter häuslicher Quarantäne stehen und Löhne und Gehälter zum Teil nicht mehr bezahlt werden. Die Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land organisiert dort Lebensmittelhilfen für in Not geratene Familien, auch mit Unterstützung der Nordkirche.
 
So klar und deutlich wie sonst selten erleben wir in diesen Tagen unsere weltweite Verbundenheit als Schicksalsgemeinschaft und als Solidargemeinschaft – und uns darin als Teil des einen Leibes Christi und Teil der Einen Welt.
 
Auf Facebook finden Sie jetzt und in den kommenden Wochen weitere Stimmen und Berichte unserer Partner*innen und Freund*innen, mit denen wir als Nordkirche verbunden sind (https://www.facebook.com/Zentrum-f%C3%BCr-Mission-und-%C3%96kumene-Nordkirche-weltweit-313553508776855/)
 
Denn unsere weltweiten Glaubensgeschwister bitten uns in ihren Mails und Briefen, dass wir sie in unsere Fürbitten aufnehmen. Zugleich ist es ihnen wichtig, auch uns wissen zu lassen, dass wir mit unseren Ängsten und Nöten in ihren Gebeten und Gottesdiensten Raum haben.
 
Bleiben Sie, Ihre Familien und Ihre Gemeinden von Gott behütet.
Ich wünsche Ihnen und Euch viel Kraft, Phantasie und Mut für die kommenden Wochen und grüße mit einem Wort der amerikanischen Partner: „Stay healthy, trust God, and wash your hands“
 
Ihr Pastor Dr. Christian Wollmann
Direktor Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit

22. März 2020: Segen "to go"

Heute um 10 Uhr haben uns an vielen Orten in Deutschland die Glocken zum persönliche Gebet gerufen. Nach dem Geläut haben wir auf dem Bakenberg das Vaterunser und diesen Segen "to go" gesprochen:

Gott sei bei uns wie die Luft, die wir atmen.
Gott sei bei uns wie das Brot, das uns stärkt.
Gott sei bei uns wie das Wasser, das uns erfrischt.
Gott sei bei uns wie das Haus, das uns schützt.
Gott sei bei uns wie die Sonne, die den Tag hell macht.

So segne der gnädige Gott
unser Mönchguter Land und unser deutsches Land,
unser Europa und unsere Welt.

Er segne alle Kranken und Verängstigten und sei ihnen nahe.
Er segne alle, die um das Leben und die Gesundheit anderer kämpfen.
Er segne uns mit seinem Geist, der kein Geist der Furcht ist,
sondern der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Er segne uns im Beten und im Tun des Gerechten.

Amen


19. März 2020: ES KÖNNTE SEIN...


Es könnte sein, dass in Italiens Häfen die Schiffe für die nächste Zeit brach liegen, ... es kann aber auch sein, dass sich Delfine und andere Meereslebewesen endlich ihren natürlichen Lebensraum zurückholen dürfen. Delfine werden in Italiens Häfen gesichtet, die Fische schwimmen wieder in Venedigs Kanälen!

Es könnte sein, dass sich Menschen in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt fühlen,
... es kann aber auch sein, dass sie endlich wieder miteinander singen, sich gegenseitig helfen und seit langem wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben. Menschen singen miteinander!!! Das berührt mich zutiefst!

Es könnte sein, dass die Einschränkung des Flugverkehrs für viele eine Freiheitsberaubung bedeutet und berufliche Einschränkungen mit sich bringt,... es kann aber auch sein, dass die Erde aufatmet, der Himmel an Farbenkraft gewinnt und Kinder in China zum ersten Mal in ihrem Leben den blauen Himmel erblicken. Sieh dir heute selbst den Himmel an, wie ruhig und blau er geworden ist!

Es könnte sein, dass die Schließung von Kindergärten und Schulen für viele Eltern eine immense Herausforderung bedeutet,...es kann aber auch sein, dass viele Kinder seit langem die Chance bekommen, endlich selbst kreativ zu werden, selbstbestimmter zu handeln und langsamer zu machen. Und auch Eltern ihre Kinder auf einer neuen Ebene kennenlernen dürfen.

Es könnte sein, dass unsere Wirtschaft einen ungeheuren Schaden erleidet,... es kann aber auch sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben und dass ständiges Wachstum eine absurde Idee der Konsumgesellschaft ist. Wir sind zu Marionetten der Wirtschaft geworden. Es wurde Zeit zu spüren, wie wenig wir eigentlich tatsächlich brauchen.

Es könnte sein, dass dich das auf irgendeine Art und Weise überfordert, ... es kann aber auch sein, dass du spürst, dass in dieser Krise die Chance für einen längst überfälligen Wandel liegt,
- der die Erde aufatmen lässt,
- die Kinder mit längst vergessenen Werten in Kontakt bringt,
- unsere Gesellschaft enorm entschleunigt,
- die Geburtsstunde für eine neue Form des Miteinanders sein kann,
- der Müllberge zumindest einmal für die nächsten Wochen reduziert,
- und uns zeigt, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regeneration einzuläuten, wenn wir Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen.

Wir werden wachgerüttelt, weil wir nicht bereit waren es selbst zu tun. Denn es geht um unsere Zukunft. Es geht um die Zukunft unserer Kinder!!!

Gesehen, für gut befunden und geklaut - Mein ganz herzliches Dankeschön für diesen emotionalen, berührenden, wachrüttelnden und sagenhaft schönen Text an den/die Verfasser/in Tanja Draxler.


19. März 2020: Was wir in diesen Zeiten tun können

  1. Der Glaube gibt Kraft

Unser Bischof Tilmann Jeremias schreibt: „Wie schnell unser sorgsam geordnetes Leben aus dem Gleis geraten kann! Hamsterkäufe, Veranstaltungs-absagen, Schulschließungen, das bestimmt auf einmal unseren Alltag. Da kann es leicht passieren, dass man mitgerissen wird in einen Strudel aus diffuser Verunsicherung oder gar in Panik gerät.

Paulus saß im Gefängnis, als er folgenden Vers an seinen Mitarbeiter Timotheus schrieb: Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (2 Timotheus 1,17) Der Apostel sagt nicht einfach „Du brauchst keine Angst zu haben, Gott regelt das schon“. Er weiß, dass die Angst zum Leben dazu gehört, und er weiß, dass Krisen zum Leben dazugehören. Doch er setzt ihnen deutliche Grenzen: Wir, die Kinder Gottes, sind den Umständen und unseren Gefühlen nicht machtlos ausgeliefert. Gott hat uns beschenkt mit seiner Kraft, mit Liebe und mit Besonnenheit. Was für eine Zusage! Vertrauen wir darauf.“

  1. Das Gebet verbindet

Wir laden alle Menschen ein, jeden Abend um 19.00 Uhr eine Kerze ins Fenster zu stellen und ein Gebet, wie z.B. das Vaterunser zu beten. Das gemeinsame Gebet hat eine große Kraft, die wir in dieser Zeit in besonderer Weise brauchen. Die Gebete und Lichter sind ein Zeichen der Verbundenheit, trotz des Abstandes, den wir gerade halten müssen. Zu diesem täglichen Gebet werden außerdem montags bis freitags um 19.00 Uhr, sonnabends um 18 Uhr und jeden Sonntag um 10.00 Uhr die Glocken läuten.

Auch wenn wir gerade nicht gemeinsam Gottesdienst feiern können, bleiben wir dennoch in der Gemeinschaft des Glaubens verbunden. Gedanken und Impulse finden sie u.a. auf unserer Homepage an der Stelle, wo sonst die aktuelle Predigt steht. Gottesdienste können sie im Radio und im Fernsehen mitfeiern. Es gibt auch Gottesdienstübertragungen im Internet, z. B. jeden Sonntag um 10 Uhr aus den Stralsunder Kirchen auf deren Internetseiten.

  1. Die Kirchen sind offen

Unsere Kirchen sind Orte der Kraft, des Gebets und der Besinnung. Sie sind deshalb i.d.R. jeden Tag geöffnet. Für alle Besucher gelten allerdings wichtige Regeln: Sie sind gebeten, sich vor dem Betreten der Kirche die Hände zu waschen und/oder zu desinfizieren. Zudem soll der Abstand zu etwaigen weiteren Besucherinnen und Besuchern keinesfalls weniger als zwei Meter betragen. Und Gegenstände in der Kirche sollten möglichst nicht berührt werden.

  1. Wir sind erreichbar

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Pfarramt in Gr. Zicker, tel. 038308.8248 oder schauen Sie auf unsere Homepage, https://www.kirche-auf-moenchgut.de.

Bei allem achten sie bitte auf die Vermeidung von unnötigen Sozialkontakten, folgen sie der Empfehlung, möglichst zuhause zu bleiben, und halten sie die allgemeinen Bestimmungen und Verordnungen der staatlichen und kommunalen Behörden in MV ein.


18. März 2020: Rezept

Jage die Ängste fort und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre wird es wohl noch reichen.
Das Brot im Kasten und der Anzug im Schrank.

Sage nicht ‚mein‘. Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit, und sieh, wie wenig du brauchst.
Richte dich ein und halte die Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen: Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen. Und ist es da,
sieh ihm still ins Gesicht. Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts. Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät, geht es um dich oder ihn.
Den eigenen Schatten nimm zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiß deine Pläne. Sei klug und halt dich an Wunder.
Sie sind lange schon verzeichnet im großen Plan.
Jage die Ängste fort und die Angst vor den Ängsten.

Mascha Kaléko